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Der König

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14.11.2018 : 16:03


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Das Leben des Märchenkönigs



Bis heute fasziniert die Lebensgeschichte König Ludwigs II. von Bayern viele Menschen in der ganzen Welt. Der Monarch, der mit eigenständiger Politik kaum in Erscheinung trat, zählt mit seiner Gestalt und seinen romantischen Träumen, die er Wirklichkeit werden ließ, zu den außergewöhnlichsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts.




Sehr jung, im Alter von 18 Jahren, bestieg der Kronprinz am 10. März 1864 den bayerischen Thron, nachdem sein Vater, König Maximilian II. mit erst 53 Jahren überraschend gestorben war. Die Sympathie seiner Untertanen war ihm gewiß: Der junge, attraktive Ludwig galt als der schönste und von den Frauen begehrteste König seiner Zeit.

Geboren wurde Ludwig am 25. August 1845 im Schloß Nymphenburg in München. Der Kronprinz genoß jedoch keineswegs eine unbeschwerte Kindheit.

 

 

Er und sein um 2 Jahre jüngerer Bruder Otto sollten früh an die Bürde königlicher Pflichten gewöhnt werden. Der Umgang mit anderen Kindern war ihnen untersagt und der Kontakt zu den Eltern wurde auf ein Minimum beschränkt. Nach Überzeugung damaliger fürstlicher Pädagogen sollte eine Distanz zu den Eltern die Selbständigkeit der Heranwachsenden fördern.




Die Prinzenbrüder verbrachten einen Großteil ihrer Kindheit fern der Hauptstadt München auf Schloß Hohenschwangau im Allgäu. Getrennt von den Eltern, erzogen von nüchternen und korrekten Beamten, die vor allem darauf bedacht waren, den Kronprinzen mit der Realität der Welt vertraut zu machen, lebte Ludwig jedoch hier in einer Umgebung weit entfernt von der großen Staatspolitik.

 

Eine phantastische Naturlandschaft und ein burgartiges Schloß, ausgefüllt mit romantischen Wandbemalungen deutscher Märchen und Heldensagen und den allgegenwärtigen Schwanen-Motiven, prägten den phantasie- und gefühlvoll veranlagten Ludwig.



Heimlich begann der Heranwachsende sich nachts mit dem zu beschäftigen, was ihn besonders interessierte: Theater, Opernlibretti und Literatur.

 

Der junge Bayernkönig regierte in einer Epoche des Wandels in Europa. In einer Zeit schnell voranschreitender Industrialisierung, in der Arbeiter um ihre Rechte und Freiheiten kämpften und Liberalismus und Bürgertum immer stärker wurden, fand Ludwig Orientierung in einer längst vergangenen, absolutistischen Zeit, bei den französischen Bourbonenkönigen des 17. Jahrhunderts. Seine Regentschaft wollte er wie ein religiöses Ritual zelebrieren. So gleicht etwa der Thronsaal von Schloß Neuschwanstein sehr viel mehr dem Inneren einer Kirche als dem Repräsentationsraum eines weltlichen Herrschers.

 

Die Politik zwang ihn Kriege zu führen, obwohl er sein Leben allein der ewigen Schönheit und Wahrheit der Kunst widmen wollte. In seine Regentschaft fällt die Zeit des Einigungskrieges gegen Preußen und später gegen Frankreich sowie die Gründung des Deutschen Reiches unter der Kaisermacht der Hohenzollern. Die Niederlage Bayerns im Jahre 1866 gemeinsam mit Österreich gegen Preußen leitete den Souverinitätsverlust Bayerns bei der Reichsgründung vier Jahre später ein. Ludwigs Konflikt zwischen einem Leben für die künstlerische Idealwelt und den Zwängen der Realpolitik trieb ihn beinahe zur Abdankung - doch er regierte weiter.

 

Eine sehr enge, persönliche Beziehung verband König Ludwig II. zu seiner Cousine und österreichischen Kaiserin Elisabeth, genannt Sissi. Sie hatten viele Gemeinsamkeiten und fühlten sich seelenverwandt: Ludwig und Sissi gaben sich gerne unkonventionell, liebten die Einsamkeit, haßten höfischen Zwang, waren bildungseifrig und sehr belesen, vor allem was klassische Literatur betraf. Beide waren gegen Krieg und Gewalt, hatten ein sehr selbstbewußtes Verhältnis gegenüber der Kirche und suchten aufrichtige Freundschaft zu Menschen, die ihnen uneigennützig Halt geben konnten. Beiden blieben Enttäuschungen nicht erspart.

 

Seit seiner Jugend schwärmte Ludwig für den genialen Komponisten Richard Wagner und dessen romantische Opern. Wenige Wochen nach seiner Inthronisierung holte der bayerische König den von Existenzängsten geplagten Musiker nach München und befreite ihn nicht nur von seinen materiellen Sorgen, sondern ermöglichte ihm einen derartig aufwendigen Lebensstil, daß er damit auf Unverständnis und Ablehnung sowohl seitens der Minister als auch seines Volkes stieß. Der König aber wollte, daß der Meister sich ohne Einschränkungen seiner Kunst widmen und seine entworfenen Werke ausführen konnte. Die Uraufführung von "Tristan und Isolde" im Nationaltheater im Jahre 1865, wurde von Ludwig als der vielleicht größte Tag in der Musikgeschichte der bayerischen Landeshauptstadt gelobt. Doch aufgrund des Einspruchs der protestierenden Minister mußte Wagner, Ludwigs "theuerster und liebster Freund", schon im selben Jahr München wieder verlassen. So war auch diese Freunschaft zerbrochen, obgleich der König dem Musiker später half, dessen Traum vom eigenen Festspielhaus in Bayreuth zu verwirklichen.




In den kommenden Jahren zog sich der von seinen Ministern oft realitätsfern genannte König immer mehr in die phantastischen Traumwelten seiner Schlösser in wilder Bergeinsamkeit zurück. In nur zwei jahrzehnten auf dem Thron entstanden immer neue und immer kühnere Pläne. Einige - z.B. das Schloß Falkenstein - wurden nicht realisiert. Andere wurden Wirklichkeit und werden heute von Besuchern aus aller Welt bewundert:




Das im französischen Stil erbaute Rokoko-Juwel Schloß Linderhof, Schloß Herrenchiemsee nach dem Vorbild von Versailles und als Höhepunkt das berühmte, der mittelalterlichen Wartburg nachempfundene Märchenschloß Neuschwanstein.In den königlichen Bauten verewigte König Ludwig seine Sehnsucht nach künstlerischen Paradiesen. Die Kulissenhaftigkeit der Schlösser war dabei beabsichtigt. Schloß Neuschwanstein beispielsweise wurde von einem Theatermaler entworfen, der ohne Rücksicht auf zeitgemäßen Stil oder Funktion die gewünschte erhabene Wirkung erzeugen konnte.

 

Nach Ansicht der königlichen Minister sollten die drei prachtvollen und kostspieligen Schlösser das bayerische Volk von der Unzurechnungsfähigkeit des Königs überzeugen. Bayern, behaupteten sie, sei nur durch dessen Absetzung vor dem finanziellen Ruin zu bewahren.



Bis heute beweisen Millionen Besucher aus der ganzen Welt das Gegenteil. Bereits kurz nach Ludwigs Tod wurden die Schlösser beliebte Besucherziele. Außerdem stärkten die großen Bauvorhaben die abgelegenen, strukturschwachen Regionen. Auch deswegen verehrten die Menschen ihren König.

 

Geliebt von seinem Volk, aber gehaßt von seinen Ministern, wurde Ludwig II. im Jahre 1886 für geisteskrank erklärt und abgesetzt. Wenige Tage später, am 13. Juni, starb er auf mysteriöse Weise im Starnberger See. Die Umstände seines Todes geben bis heute Anlaß zu vielfältigen Spekulationen. War es ein Unfall während eines Fluchtversuchs, Selbstmord oder gar Mord durch seine politischen Gegner? Die Akten des geheimen königlichen Hausarichivs, die das Geheimnis vielleicht lüften könnten, sind noch immer verschlossen. Die Legende des Märchenkönigs lebt weiter, für Bayern und für die Gäste aus aller Welt.