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21.10.2017 : 9:20


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Die Entwicklung des Landkreis Ostallgäu



Zahlreiche Funde von Kleinhandwerkzeugen aus Stein, z.B. bei den Orten Hopfen am See, Pfronten, Schwangau, Seeg und Weißensee deuten darauf hin, daß bereits in der Altsteinzeit (8000 v. Chr.) Menschen im heutigen Gebiet des Land- kreises Ostallgäu lebten. Ähnliche Funde liegen aus der Mittelsteinzeit (bis 4000 v. Chr.) vor; Werkzeugfunde aus der Bronzezeit (2000 bis 1000 v. Chr.) am Breitenberg, am Weißensee, in Füssen und in Hohenschwangau deuten darauf hin, daß sich hier Menschen aufhielten. Anzeichen für eine feste Besiedlung aus dieser Zeit wurden allerdings nicht gefunden. Vorgeschichtsforscher nehmen an, daß sich Teile veneto-illyrischer Stämme zum Abbau des Eisenerzvorkommens im Säuling- und Planseegebiet sowie bei Musau und Pflach ständig niedergelassen haben. Auch sollen sich dort, wo heute Füssen steht, um diese Zeit Händler im Zuge des Salzhandels über das Mieminger Plateau und den Fernpaß in das Alpen- vorland angesiedelt haben. Reste von Siedlungs- und Befestigungsanlagen der Kelten aus der jüngeren Eisenzeit (ab 500 v. Chr.) fand man an mehreren Stellen im Landkreis Ostallgäu. So erbauten die Kelten auf dem Auerberg die schon vom griechischen Geographen Strabo erwähnte Festung Damasia, wahrscheinlich auch die Burg Gabis bei Roßhaupten und andere Wallanlagen.

 

Die eigentliche geschichtliche Zeit beginnt für das Gebiet des Landkreises Ostallgäu mit dem Tage, da die Römer das Land südlich der Donau als Provinz Rätien in das Römerreich eingliederten (um 15 v. Chr.). In den Friedhöfen von Nesselwang und Pfronten sind Reste der alten Römerstraße Via Claudia, die Rom über Füssen mit Augsburg, der Hauptstadt Rätiens, verband, noch sichtbar. Um die Wende des dritten Jahrhunderts drängten germanische Stämme von Norden her nach Süden. Etwa um 450 n. Chr. mußten die Römer dem Druck der Alemannenangriffe weichen. Alemannische Sippen des Heribrecht, Dietheri und Erkanbald ließen sich auf den von Römern geräumten Gutshöfen entlang der Via Claudia bis nach Füssen, wo die Römer noch im Jahre 260 auf dem Schloßberg das Militärlager Foetibus errichtet hatten, nieder. Zahlreiche Ortsnamen im Landkreisgebiet gehen auf diese alemannische Landnahme zurück (z.B. Lamerdingen, Bidingen, Dietringen).

Nachdem der König der Franken Chlodwig die Alemannen bei Zülpich (Tolbiakum) besiegt hatte, wurde das freibleibende alemannische Gebiet vom Ostgotenkönig Theoderich in Schutzherrschaft genommen, um nicht die Franken als unbequeme Nachbarn zu bekommen. Wenige Jahrzehnte später trat 537 der Ostgotenkönig Witigis den ostgotischen Bereich des Alpen- vorlandes und der Alpen dann doch an den Frankenkönig Theudebert ab. Die Alemannen blieben aber trotz dieser Abhän- gigkeit vom Frankenreich ein selbständiges Stammesherzogtum.

Nachdem im Jahre 746 der alemannische Heerbann zerschlagen worden war, erstarkte erst zu Beginn des 10. Jahrhunderts das Standesbewußtsein der Alemannen erneut. Zu dieser Zeit entstand das Herzogtum mit dem Namen Schwaben; doch konnten die Kaiser aus dem sächsischen und fränkischen Haus die Alemannen weiterhin unter ihrer Obhut halten. Der Bauer war noch Herr auf eigenem Grund und Boden mit der staatsbürgerlichen Pflicht, an der Volksversammlung teinzuehmen und das Vaterland zu verteidigen. Insbesondere die Pflicht der Landesverteidigung und die damit verbundene längere Abwesen- heit verursachten durch den Rückgang der eigenen Wirtschaft vielfach empfindliche Schäden, so daß zahlreiche Bauern ihren Besitz an Adelige, Bischöfe oder Klöster abtraten. Diese wurden dann praktisch Grundeigentümer des ganzen Landes mit allen Rechten und Regalien. Im 11. Jahrhundert trat das Streben von Hochadel und Reichskirche nach der Landeshoheit offen zu Tage. Es entwickelte sich der neue "Typ des Flächenstaates mit stärkerer Konzentration staatlicher Hoheitsrechte auf geschlossenstem Raum". Die salischen und mehr noch die staufischen Könige sahen sich der Aufgabe gegenübergestellt, selbst einen Territorialstaat unter Beteiligung von Adel und Kirche aufzubauen. Wichtige Instrumente des Ausbaues dieser Staatsform waren die mit der Verwaltung beauftragten Ministerialen. Ein Schritt auf dem Weg zum Territorialstaat war für das bis zum Füssener Raum herrschende Hochstift Augsburg die administrative Organisation seines Gebietes in größere Ver- waltungseinheiten, die Vogteien, Probsteien oder Pflegeämter. Den Staufen gelang es jedoch nicht, den Ausbau ihres Königstaates zu vollenden.

In der Folge der Napoleonischen Kriege erfolgt in den Jahren 1802/03 bis 1806 der Übergang der Landeshoheit an Bayern. Die Kleinstaaterei hatte damit ihr Ende. 1848 wurden dann schließlich auch noch für einige Bereiche die grundherrschaftlichen Rechte vom Bayerischen Staat übernommen, der zum 01. Juli 1862 die Bayerischen Bezirksämter errichtete. So entstanden schließlich die Landkreise Füssen, Marktoberdorf und Kaufbeuren, die dann in der Landkreisreform von 1972 in ihren wesentlichen Teilen in den neuen Landkreis Ostallgäu zusammengefaßt wurden.

Im Laufe der Geschichte sind im Landkreis Ostallgäu einige Burgen und Schlösser entstanden. Aus diesem Grunde wird der Landkreis Ostallgäu auch vielfach als der Landkreis der Schlösser und Burgen bezeichnet. Dies drückt sich nicht zuletzt auch darin aus, daß in der Kreisstadt Marktoberdorf das ehemalige Jagdschloß der Fürstbischöfe von Augsburg, ein Bau des Marktoberdorfers Johann Georg Fischer, beherrschend über die Stadt und das Umland hinaus wirkt. Glanzpunkte des Ostallgäus sind natürlich die Königsschlösser bei Schwangau.

Der Bayerische Kronprinz Maximilian erwarb 1832 die Ruine der im 12. Jahrhundert entstandenen Burg Schwanstein der Herren von Schwangau und ließ sie in neugotischem Stil nach Entwürfen seines Theatermalers Domenico Quaglio bis 1837 wieder aufbauen. Schloß Hohenschwangau wurde Sommersitz und Lieblingsaufenthalt des nachmaligen Königs Max II. Schloß Neuschwanstein wurde auf Wunsch und nach einer Idee von König Ludwig II. von Bayern nach dem Vorbild der Wartburg im neuromanischen Stil 1868 bis 1886 erbaut. Bereits am 01. August 1886, also rd. sieben Wochen nach dem Tod König Ludwig II., war Schloß Neuschwanstein zur öffentlichen Besichtigung freigegeben worden.